Gedanken zur Demokratie – V

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GEDANKEN ZUR DEMOKRATIE

Fragmente zum Selbstvertständlich-schwerverständlichen


Im Folgenden eine lose Sammlung von Beobachtungen und Gedankengängen zum wohl verbrauchtesten politischen Begriff der letzten Jahrhunderte. Theoretische Grundlagen werden zugunsten von Spontanität und Subjektivität soweit möglich ignoriert. Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben. Sarkasmus und Verdrossenheit sind, soweit ersichtlich, zu entschuldigen.


V. Die Denk- und Sprachverbote der „Politischen Korrektheit“ zerstören die konkrete Homogenität im Staatsvolk und gefährden damit die Grundlagen eines demokratischen Zusammenlebens. Durch die Schaffung von geistigen „Ghettos“ und „No-Go-Areas“ haben die gesellschaftlichen „Eliten“ des 20. und 21. Jahrhunderts einen Zustand geschaffen, in dem sich gewaltige Klüfte zwischen der „veröffentlichten“ (nicht „öffentlichen“) Meinung und dem tatsächlich im zwangsläufig Verborgenen siedenden Volkswillen aufgetan haben. Mit dem Eingriff in die Sprache einher geht der Eingriff ins Denken und damit die Erziehung im Sinne einer Ideologie. Wer das Denken und Fühlen eines Volkes in „Sagbares“ und „Unsagbares“ einteilt, dividiert den Volkswillen in vertretbare und unvertretbare Sphären, über deren Einordnung er selbst gebieten will und macht sich damit zum Tyrann. Über längere Zeit führt diese Division unweigerlich zu einer Spaltung des Staatsvolkes dergestalt, dass ideologisches Denken gefördert und ein ehrlicher Diskurs, der sich an den realen Bedürfnissen des Volkes orientiert, verhindert wird. Das Volk wird aufgespalten in Teile, die einander grundsätzlich nicht mehr verstehen, nicht mehr vertrauen, kein gemeinsames Ziel verfolgen und so auch keinen gemeinsamen Willen mehr bilden können. Damit wird das geltende Recht und die Führung der Gemeinschaft nicht mehr Ausdruck eines tatsächlichen Volkswillens, sondern dieser scheinbare „Wille“ wird im Gegenteil willkürlich als Abbild der jeweiligen Führungselite geformt. Was bleibt, ist ein konformer Teil, der als Stütze der Führungselite herhält, und ein dissidenter Teil, der von Mitwirkung so weit wie möglich ausgeschlossen und dessen Wille missachtet oder geleugnet wird. Darin liegt die größte Gefahr und Schwäche der liberalistischen Demokratien des 20. Jahrhunderts und es ist derzeit kein Heilmittel für solch heuchlerische Anwendung der demokratischen Prinzipien in Sicht.

⇒ Gedankenarchiv

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